Zahlen, Daten, Fakten – Der Überblick:
Datum: Karfreitag, 18. April 2025
Strecke: Lübeck – Lauenburg – Lüneburg – Mellendorf (bzw. fast)
Distanz laut Apple Watch: 206,13 km
Ursprünglich geplant (Google Maps): 201 km
Endzeit: 01:23 Uhr am 19. April 2025 in Fuhrberg
Grund fürs Ende: Der zweite Platten + fast ein Licht-Notfall. Mental waren wir aber längst am Ziel.
Warum überhaupt 200 Kilometer?
Die Idee entstand aus einer Challenge im April 2024:
Alina und ich haben damals gemeinsam am MegaMarsch an der Ostsee teilgenommen. 50 Kilometer zu Fuß in 12 Stunden. Eine körperlich und mental fordernde Wanderung, die einem gezeigt hat, wie viel in einem steckt, wenn man wirklich will.
Ein Jahr später wollten wir noch einen draufsetzen und dieses Mal auf dem Fahrrad:
200 Kilometer an einem Tag, OHNE E-Bike.
Unsere Route: von Lübeck nach Mellendorf, über Lauenburg, Lüneburg, quer durch die Heide, bis kurz vor Hannover.
Mehr als 10 Stunden reine Fahrzeit (bei 20 km/h), über 17 Stunden unterwegs, rund 900 Höhenmeter, etwa 5.800 verbrannte Kalorien.
Das Wetter: Hat uns echt herausgefordert
Der Karfreitag präsentierte sich leider typisch norddeutsch mit Dauerregen und Nieselwetter, besonders hart in den ersten Stunden.
Unsere Füße waren nass, die Klamotten durchweicht und die Stimmung zwischen „geht noch“ oder „ist OK“ und „gleich reicht’s“.
Doch in Lüneburg kam dann allmählich die Wende:
Mittagspause beim Lucky Cat Vegan Restaurant mit Sockenwechsel, einem Heißgetränk und kurz trocknen. Danach fühlte sich alles wieder ein wenig leichter an.
Der Nachmittag war dafür etwas milder, weniger Regen und kein Wind. Aber so richtig zurück in den Rhythmus kamen wir nicht.

Navigation: Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre besser gewesen
Mehrfach hatten wir uns verfahren, teils auf „Radwegen“, die eher Matschpisten glichen. Besonders skurril: Plötzlich standen wir bei Rheinmetall in Unterlüß, mitten auf einem Testgelände für Waffen und Munition, dank Google Maps. Die Warnhinweise
⚠️ Achtung Lebensgefahr⚠️ hatten wir zunächst unbewusst ignoriert.
Fazit: Für die nächste Tour wird komoot unser bester Freund. Google Maps ist erst mal abgemeldet.
Die Herausforderung der Nacht: Platten & Lichtdrama
Unsere Ghost-Gravelbikes haben kein fest verbautes Licht. Also mussten Akkulampen ran. Problem: Dauerbetrieb seit den frühen Abendstunden, da der Sonnenuntergang früh kam.
Kurz vor Mitternacht stieg die Spannung. Geht unser Licht aus, ist die Tour vorbei. Fahren durch die dunkle Heide ohne Beleuchtung? Das war für uns eher unverantwortlich.
Als wäre das nicht schon genug, hat Alina plötzlich ihren ersten Platten. Schlauchwechsel unter einer Straßenlaterne, die Hände klamm die Konzentration am Limit. Nach circa 45 Minuten konnten wir zum Glück weiterfahren noch 20 km.
Doch dann kurz vor dem Ziel, Fuhrberg, 8 km vor dem geplanten Ende, Platten Nummer zwei. Wieder Alinas Hinterrad. Die Lampen fast leer und die Nerven auch.
Wir schauten uns an und wussten beide. Jetzt ist Schluss. Wir hatten es geschafft, zumindest die 200 km und in unseren Köpfen.
Das Ende: Pragmatismus vor Stolz
Fahrräder an der Tankstelle in Fuhrberg. Alinas Mutter. Unsere Heldin der Nacht, holte uns ab. Sie führte uns per GPS Tracking ohnehin begleitet. Am nächsten Morgen kamen wir mit dem Fahrradträger zurück, um die Bikes einzusammeln.
Vielen Dank, Alinas Mama. Ohne dich wäre die Nacht noch viel länger geworden.
Highlights der intensiven Radtour
• Der Start in Lübeck im Morgengrauen, motiviert trotz Dauerregen.
• Die Strecke Lübeck-Lauenburg–Lüneburg war landschaftlich wunderschön.
• Der Moment in Lüneburg, wo wir uns aufgewärmt, getrocknet und Energie getankt haben.
• Die stille Fahrt durch die Heide bei Nacht und die Beseitigung des Platten von Alinas Hinterrad.
• Und natürlich: Unsere gemeinsame Leistung. 206 km.




Mein persönliches Fazit
Diese Tour war keine klassische Radtour, sie war viel mehr ein Statement. Ein Statement für Willenskraft, Teamgeist und mentale Stärke. Für mich bedeutet so eine Erfahrung viel mehr als nur eine Kilometer-Zahl auf meiner Apple Watch, es ist der Beweis, dass wir als Team durchziehen können, auch wenn es wehtut. Das Ziel war nicht nur ein Ort auf der Karte, sondern ein Zustand im Kopf: „Ich wachse an dem, was mich fordert.“ Und genau deshalb lohnt sich jede Challenge. Denn aus solchen Tagen ziehen wir Energie für Wochen oder sogar fürs Leben.
206 km. Und du?
👉 Erzähl mir von deiner letzten Challenge.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde nicht auf dieser Radtour aufgenommen, es zeugt lediglich besseres Wetter und unsere Gravel-Bikes von Ghost. 😊
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